Die markantesten Bauten im Wertheimer Stadtbild

 

Burg Wertheim
Älteste Teile mit dem Bergfried aus der Stauferzeit. In den folgenden Jahrhunderten ausgebaut zum befestigten Schloß. Zerstört im Dreißigjährigen Krieg durch Pulverexplosion (1619) und zwei Beschießungen (1634 u. 1648), seitdem Ruine, eine der größten in Deutschland.

 

Kemenate
Markanter Bau unterhalb der Burgruine, errichtet ab 1589. Hier soll Schwedenkönig Gustav Adolf 1631 bei seinem Durchzug übernachtet haben.

Stiftskirche (Evang. Stadtkirche)
Unter Verwendung einer romanischen Vorgängerkirche ab 1383/84 zu gotischer Basilika mit gewölbtem Chor umgebaut, Glockenturm mit Jahreszahl 1419. Unter den Monumenten im Inneren hervorragend das Stifterdenkmal (roter Sandstein) des Grafen Johannes I. und seiner beiden Frauen, ein Werk unter dem Einfluß der Prager-Parler-Schule (um 1400). Daneben in Chormitte das Baldachingrabmal (Alabaster) des Grafen Ludwig III. zu Löwenstein und seiner Frau Anna, entstanden 1614-1618 von der Hand des Bildhauers Michael Kern aus Forchtenberg; das Prunkgrab heißt im Volksmund "die Bettlade".

Kilianskapelle
Spätgotischer Bau aus den Jahren 1469-1497 mit Krypta. Nach Profanierung in der Reformationszeit diente die Kapelle von 1572-1871 als Lateinschule. Altes Steildach in Barockzeit durch Mansarddach ersetzt.

 

Engelsbrunnen
Vom Rat der Stadt 1574 für die Bürgerschaft gestiftet, benannt nach den das Stadtwappen haltenden Engeln auf der Bekrönung. Künstler dieses Renaissancewerkes: der Wertheimer Bildhauer Matthes Vogel.

 

Altes Rathaus
Jetzt GrafschaftsMuseum (in der Rathausgasse). Alter herrschaftlicher Komplex, bestehend aus "Vierherrenhof" und "Klinkhartshof". Im Treppenturm (gräfliches Allianzwappen von 1540) doppelläufige Wendeltreppe mit getrennten Ein- und Ausgängen.

 

Haus "Zu den Vier Gekrönten"
Schönstes Wertheimer Fachwerkhaus mit den Schutzpatronen der mittelalterlichen Bauhütten/Steinmetzen auf den vier Kragsteinen (15./16. Jhdt.)

Marktplatz
Straßenmarkt mit schmaltürmigen Fachwerkhäusern des 16. Jhdts. am Eingang zur (a) Kapellen- und (b) Münzgasse. In letzteren lohnt Blick (a) auf die Marienkapelle (1447) bzw. (b) auf den Staffelgiebel der ehemaligen "Münze".

Gartenhaus am Kittsteintor
Barockes Teehaus am Tauberufer. Auf Eckquadern der Wertheimer Hochwasserpegel der Jahre 1595-1995. Dritthöchster Pegelstand im Herbst 1732 verursacht ausschließlich von Hochwasser der Tauber (Wolkenbruch).

 

Kallenbachsches Haus
Ecke Mühlenstraße/Rittergasse, Fachwerkbau von 1577, beherbergt seit 1976 das Wertheimer "Glasmuseum".

Hofhaltung Mühlenstraße
Nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtetes Stadtschloß der katholischen Linie Löwenstein-Wertheim (1646/63) mit Barockportal (1749), Westflügel zur Tauber 1978 angefügt. Heute Sitz der Stadtverwaltung.

Der "Neue Bau"
Als Sitz der Gräfinwitwe Barbara, geborenen Schenkin von Limpurg († 1562), mit Wendeltreppenturm und Erker 1545/48 gegenüber der Stiftskirche errichtet und mit dieser einst durch Übergang verbunden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Standort des fürstlichen Hoftheaters der Biedermeierzeit.

Spitzer Turm
Größter noch erhaltener Stadtturm (auch einstiges Gefängnis) am Schnittpunkt der Befestigungsmauern von Main- und Tauberfront, jetzt vor Busparkplatz an der Taubermündung. Neben ihm haben noch Weißer und Roter Turm sowie Maintor und Zolltor die Zeiten überdauert.

Erich Langguth, Sept. 2010

Alle Fotos: Friedrich Lehmkühler

 

© 2015 Otto und Erich Langguth-Stiftung

Design by JoomlaShine